Ich möchte Singen und Weinen in einem Atemzug. Ich möchte Staub atmen. Ich möchte Sonne trinken. Ich möchte die Welt umarmen und mich gleichzeitig in ihren Schatten stellen. Möchte den Wind streicheln und die Wellen fluten. Will tanzen und fallen. Und aufstehen.
Und dann gleich nochmal. Will reden, rasten, rasen und rächen. Will rastlos, ratlos Reue sammeln, sie aufspießen und in einer Kette um den Hals tragen.
Ich will für meine Taten Verantwortung tragen und gleichzeitig weinen wie ein Kind.
Ich will kichern, albern sein. Ich will herumgeistern, will ein Schatten sein. Mal hier mal dort. Und alles sehen.
Wer sollte mir all das verbieten? Die Welt will ich erfahren aus eigenem Antrieb, sie fühlen, schmecken und riechen. Dann will ich sie stürzen und neu bauen. Und alles von vorn. Immer wieder. Damit ich wirklich jede Faser kenne.
Das Leben erfüllt mich und gleichzeitig bin ich so leer, dass ich mich im Kreis drehen will, bis mir schlecht wird. Das habe ich als Kind so gerne getan, dass allein die Erinnerung mich manchmal schmunzeln lässt. Wo ist dieser kindliche Drang nach Albernheiten nur hin? Der Drang alles zu vermischen und ganz neue Dinge zu sehen. Und das obwohl ja alles neu ist.
Warum kann nicht einfach alles in Worte gefasst sein. Worte sind das, was ich verstehe und nicht verstehe. Mein Tor zur Welt, durch das ich mit einem summenden Liedchen auf den Lippen und nur Leibchen Barmherzigkeit am Körper, gehen will.
Dann im Kreis wiegen und wanken. Bis nichts mehr übrig bleibt. Bis zum Umfallen. Die Welt genießen.
Freitag, 24. September 2010
Die Welt genießen
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