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Und wieder einmal beginne ich einen Blogeintrag über das alt bewährte Thema Glück.Ich glaube die Glücksforschung ist so alt wie der Mensch selbst. So manch einer, der sich an ihr versuchte, wurde daraufhin so unglücklich, dass er seines Lebens nicht mehr froh werden konnte. Denn die Wahrheit über das Glück ist wohl, dass man es, ganz egal wie sehr man sich bemüht, nicht fassen kann.
Worin suchen wir Glück?
Es gibt eine Sorte Menschen, die ihr Glück ganz klar in Materiellen Werten misst. Wer viel Geld hat muss unglaublich glücklich sein. Wer‘s glaubt. Der größte Protzentsatz der von Depressionen befallenen Menschen hat genug Geld um nach dieser Definition als glücklich zu gelten. Warum sie es nicht sind? Nun vielleicht weil Depressionen in gehobenen Kreisen wohl zu einer Art Modekrankheit geworden sind. Oder einfach, weil Geld nicht glücklich macht. Es ist egal wie sehr wir in unserem Leben nach Geld streben. Weil wir ernsthaft noch immer glauben diese kleinen, bunten Scheine und glänzenden Münzen würden uns Glückseligkeit verschaffen. Wenn es so wäre, könnten wir gleich zum Ablasshandel zurückkehren. Der Mensch hat sich doch verändert oder?
Das hat er. Vom eigentlichen Homo sapiens sapiens ist nicht mehr viel Übrig. Weisheit gilt heute nicht mehr als Zustand der Vollkommenheit, nein der wahre Wert wird am Einkommen gemessen. Was aus uns geworden ist?
Nun ja, man könnte die neue Menschenrasse als Homo oeconomicus bezeichnen. Der Mensch, der nur noch auf wirtschaftlichen Erfolg aus ist.
Man kürzt die Schuljahre um schneller gut ausgebildete Arbeitskräfte zu haben und zieht eine ganze Ellenbogengesellschaft auf in der lediglich der Konkurrenzkampf noch über das Maß des Glücks bestimmen kann. Denn, ganz ehrlich, ist man denn nicht glücklicher, wenn man mehr hat als ein anderer? Eine wirkliche Entwicklung. Von geistlichen Werten wie Weisheit und Vernunft zurück zu den Jägern und Sammlern.
Aber warum genau richten wir uns nach solchen Bezeichnungen? Um uns von anderen Tieren zu unterscheiden. Um unseren Erfolg zu messen und uns genau mit dem Begriff auszuzeichnen, den wir als den Idealzustand bezeichnen würden. Wenn man genau nachdenkt ist es merkwürdig, dass sich die Menschliche Rasse nun selbst als weise bezeichnen müssen. Was ersuchen wir denn über Weisheit zu finden? Und wie haben wir überhaupt vor weise zu werden, wenn uns nichts auf dieser Welt gewiss ist?
Würde man mich fragen, wie man die neue Entwicklungsstufe des Menschen nennen sollte, so würde ich wahrscheinlich lachen. Neu? Nichts an uns ist neu. Weder unser Wissensdurst, noch der Versuch Reichtümer, sowie spirituelle Güter auf dieser Welt zu sammeln. Im Endeffekt sind wir alle angetrieben von dem Wunsch glücklich zu sein. Der Mensch hat sich nicht verändert, nur seine Art, das Glück zu suchen. Wir sind das, was wir schon seit hunderten von Jahren sind. Wir sind Homini felices.
Aber wenn dem so wäre und wir tatsächlich so lange schon nach Glück suchen, warum finden wir keinen Weg es wirklich zu erhalten?
Nun im Laufe der Zeit haben wir verschiedene Wege gefunden.
Glück ist, wenn wir Neues erleben, Unbekanntes erfahren oder einfach dann, wenn etwas Angenehmes unseren Geist so sehr einnimmt, dass wir alle Sorgen vergessen und uns nur noch darauf konzentrieren können. Natürlich fällt es, der menschlichen Neugierde sei Dank, leichter sich auf etwas völlig Neues zu konzentrieren. Deswegen fühlen wir uns in einer sozialen Gemeinschaft auch so wohl. Denn, auch wenn wir es nicht merken, erfinden wir Menschen uns für gewöhnlich von Tag zu Tag neu. Wir entwickeln uns. Zumindest sollte man das meinen. Aus diesem Grund erfährt man in einer Gemeinschaft oder auch in einer Beziehung die größten Glücksmomente. Ein neues Auto oder ein Breitbildfernsehr wird schnell langweilig. Ein Mensch jedoch zeigt immer wieder neue Seiten von sich.
Dieses Phänomen kann man besonders gut bei Kleinkindern beobachten. Warum machen Kinder glücklich? Weil ihre Entwicklung so schnell von statten geht und nicht einmal eine Sekunde zu rasten scheint. Selbst im Schlaf entwickeln sich Kinder noch weiter und man kommt aus dem Staunen über ihre neuen Entdeckungen kaum heraus.
Doch darf man nicht vergessen, dass, wer großes Glück erlebt, das Unglück als noch größer empfindet. Wir Menschen neigen nun einmal zu Extremen, besonders, was schlechte Dinge angeht. Aber auch bei Unglück gilt, dass es nur eine Frage der Gewohnheit ist.
Und ich glaube kaum, dass ein wenig Unglück den modernen Homo felix bei seiner Suche nach Glück und Zufriedenheit aufhalten kann.
In diesem Sinne…
Jazz over and out.