Dienstag, 27. April 2010

So zu leben als ob...

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Es ist das Gefühl als ob die Fülle an Farben mich überschwemmt. Meine Augen tränen, mein Rachen brennt und jeder Geruch drängt sich beißend in meine Nase um die kleinen Bläschen meiner Lunge zum bersten zu bringen. Reizüberflutung. Ja so nennt man das wohl. Ein viel zu schwaches Wort für die Fülle an Sinneseindrücken zu finden, die auf mich herein prasseln wie Platzregen, sobald ich aus der Tür trete. Und dann beginne ich zu Fragen, denn fragen ist etwas, was jeder Mensch tun sollte.


Wie sehen andere die Welt?

Ist es für sie auch so eine Sintflut an Farben, Formen, Gerüchen und Gefühlen oder eine ganz Andere, sie mir nur verschlossen bleibt? Denn woher soll ich kleiner Mensch schon wissen, wie es in meinen Artgenossen aussieht. Ich könnte ja diese ganze Welt mit ihren wunderschönen Farben, Klängen, Gerüchen und Tasteindrücken einfach nur träumen. Ich würde es nicht einmal merken.
Selbst wenn ich der einzige Mensch hier wäre, der wirklich existiert. Oder wer weiß, vielleicht tue ich das auch nicht und in Wirklichkeit bist du es, der diese Worte hier liest, der als einziges Wesen existiert und mich nur träumt. Dann wären dies hier deine Worte. Und sie verwirren mich.
Aber das wäre ja nur der extremste Fall. Ich möchte hier niemandem seine scheinbare Existenz aberkennen, nicht einmal mir selbst.
Fangen wir also mit einer scheinbar kleineren Frage an.
Welche Farbe hat dieser Satz für dich?
Rot, nicht wahr?
Aber was wäre, wenn mein Rot in Wirklichkeit so aussähe wie dieser Satz für dich?
Wir würden der ersten Satz lesen und wissen, ja, das ist Rot. Dabei würden wir etwas völlig Anderes sehen. Wie könnten wir Bilder, Farbkompositionen, nein, unsere ganze Welt miteinander vergleichen? Wir würden sie so anders sehen, wie nur irgend möglich. Als wäre das nicht schon ohne diese etwaigen Möglichkeiten selbstverständlich, dass jemand eine andere Weltsicht hat. Diese könnte man ihn unter solchen Umständen nicht einmal mehr übel nehmen.
Und wahrscheinlich könnte ich dann diese Sinnesflut mit niemanden auf diese Weise, wie ich sie jeden Tag erlebe, teilen.
Vielleicht bedeuten unter diesem Aspekt nicht einmal meine Worte dasselbe für dich. Und wenn du sie doch verstanden hast, so denke drüber nach. Wie sicher bist du dir dessen, was du glaubst zu wissen?
Für mich ist es so, wie schon Kant es im Bezug auf Religion feststellte. Die Kunst ist nicht genau zu wissen wie und ob etwas ist. Denn wissen kann man nichts. Die wahre Kunst besteht darin zu leben, als ob es so sei.

Jazz over and out.

Freitag, 23. April 2010

Leviathan

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Der Mensch ist von Grund auf schlecht.
Verdorben durch seine eigene Ruhmsucht, Besitzgier und Streitsucht. Kurz, durch Egoismus und Agressivität. Wann imemr ein Mensch etwas besitzt, was ein Anderer nicht hat, gibt es Streit. Wann immer sich ein Mensch in seiner persönlichen Eitelkeit verletzt fühlt wir gekämpft, gerangelt und gestritten.
Warum also schimpfen sich noch Menschen als gut?
Ein Staat mit Regeln und Bestrafungen hält sie im Zaun. Gleich einem grausamen Monster, dass mit eiserner Faust und Feuer regiert. Und trotzdem schaffen es die Menschen immer wieder sich und ihre Umwelt aufs heftigste zu Grunde zu richten.

Aber kann ein Wesen, das Begriffe we "gut" und "böse" erst eingeführt hat, wirklich so verdorben sein?
Wieso also möchte ein Mensch, der sich Weiteres als böse bezeichnet werden könnte, solche Kategorien erst ins Leben rufen?
Vielleicht ist das alles nur eine Art der Selektierung. Man möchte sich abheben, die eigenen Taten rechtfertigen und sich selbst, als so verkommenes Etwas, ein Stückchen weit verträglicher Machen. Gut wäre dann nur eine Abstufung vom Grundzustand, gleichzustezen mit weniger böse.
Warum also Dinge wie Religion und Nächstenliebe?

Weil nicht jeder Mensch böse sein möchte und die Gesellschaft einigen das böse sein quälend schwer macht. Moral, Anstand, Gebote und Religion zwingen die Bestie Mensch in geregelte Bahnen. Allen Voran Kirche uns Staat.
Und tatsächlich, die Menschen fügen sich. Einmal im jahr wird für die Opfer einer beliebigen Katastrophe gespendet, man organisiert Kleidersammlungen und gibt sich selbst als ein guter Mitmensch. Gezwungen oder nicht, diese Taten könnte man durchaus als gut bezeichnen. Selbst, wenn der Mensch, wie Thomas Hobbes uns es so eindrucksvoll in seinem Werk "Leviathan" erläutert hat, von Grund auf böse ist, so kann man ihm diesen Versuch seine Grundfeste zum Guten zu ändern hoch anrechnen.
Dann ist der Mensch nciht länger Knecht seiner eigenen Natur. Und allein das sollte uns bei der Frage gut oder böse zumindest ein wenig Hoffnung schenken. Wir sind noch nciht völlig verloren. In diesem Sinne...

Jazz over and out.

Samstag, 17. April 2010

Theorien zum Glück II

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Ich habe immer daran geglaubt. An das Happy End, wie Disney es mir vormacht. Daran, dass alles wieder wird, egal wie tief man drin steckt. So gesehen bin ich ein verkorkstes kleines Kind, das noch immer darauf hofft alles könne wieder werden wie es war.
Aber es wird nicht wie es war.
Es wird.
Aber niemals wie es war.
So ist nun einmal der Lauf der Dinge. Manchmal nicht einmal das. Nicht solange sich Menschen im Selbstmitleid suhlen. Es soll so manchen Menschen geben, der wegen eines verlorenen Schlüssels einen größeren Aufstand als ein Anderer, weil er nichts zu essen hat, macht. So etwas ist mehr als Absurd. Das Glücksempfinden dieser Menschen hat sich so weit verschoben, dass Glück Routine ist, die kaum noch gesteigert wird. Wenn jemand dir jeden Tag fünfzig Euro schenken würde, wäre deine Freude darüber spätestens nach zehn Tagen doch auch viel geringer als am ersten Tag. Glück ist also eine Sache der Gewohnheit. Zumindest bei einem Großteil der Menschen. Bei der Anderen Hälfte ist es ebenso eine Sache des Vergleichs.
Schenkt dir jemand jeden Tag Geld und du vergleichst dann dein Glück mit jemanden, bei dem es nicht so ist, fühlst du dich glücklicher als dieser Andere und steigerst somit dein Glück.
Was ist Glück also wirklich?
Im Grunde nur ein kleines Fenster Euphorie, dass sich je nach Gewohnheit oder Vergleich vergrößert oder verkleinert, in manchen Fällen auch einfach nur verschiebt.
So viel dazu.

Jazz over and out.

Samstag, 3. April 2010

Ein paar an die Luft gesetzte Worte

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Einen guten Morgen und schönen Ostersamstag wünsche ich.

Ich nutze gerade eine kleine Verschnaufpause zwischen Aufstehen und Arbeiten zum Schreiben. Sicher könnte man mir vorwerfen ohne jedes Konzept einfach Worte in die Gegend zu schmeißen und irgendwie hätte man damit Recht.
Der Frühling scheint nun endlich nahe. Die ersten Sonnenstrahlen haben ein paar Knospen geweckt und mit ihnen sind gleich ein paar Frühlingsgefühle hochgekocht. Pünktlich zu ostern gibt es also wieder einen Haufen Frühlingskram, Schmertterlinge und klopfende Herzen inklusive.
Ich frage mich, was am Frühling nur so anders ist, dass alle Welt sich zu verlieben glaubt. Vielleicht schwirren ja irgendwelche Hormone und Pollen durch die Luft.
Denn etwas Anderes soll Liebe ja angeblich nicht sein. Reine Hormonschübe, die zum Paarungszweck ausgeschüttet werden. Furchtbar romantisch. Ehrlich.
Aber so etwas kommt nun einmal davon, wenn man alles zu erklären versucht. Dann wird der Mensch schnell mal auf

44,1 kg Sauerstoff
14,0 kg Kohlenstoff
7,0 kg Wasserstoff
2,1 kg Stickstoff
1,0 kg Klazium
140 g Schwefel
70 g Chlor
70 g Natrium
30 g Magnesium
3 g Eisen
300 mg Kupfer
100 mg Mangan
30 mg Iod

reduziert.
Wo vorher noch ein lebendes, atmendes Wesen war haben wir dankl unserem Wissensdurst nun einen 69,44 kg schweren Klumpen verschiedenster Stoffe, die ein Kind mit durchschnittlichem Taschengeld sich von ebendiesem kaufen könnte. Wo vorher Liebe und Frühlingsgefühle waren bleiben Hormone, Treibe und Gehirnströme, die rein auf Partnerfindung und Vermehrung ausgelegt sind. Und der einzige Sinn unseres Seins wäre dann das Erzeugen weiterer Nachkommen, die dann ihrerseits Nachkommen zueugen etc.
Begeisternd nicht wahr?
Was unterscheidet Menschen noch vom Tier? Dinge wie Sprache, Sozialverhalten und Lebensstandart können wir ja nur aus unserer Sicht hin messen. Was bleibt noch übrig?
Zerstörung.
Und nein, ich möchte nicht fatalistisch klingen. Aber das Einzige, was bleibt, ist, dass der Mensch seine Umwelt ausbeutet und zerstört. In allen anderen Dingen haben wir kaum die nötige Neutralität uns zu vergleichen. Wenn wir dem Menschen also jeglicher Religion und anderer Formen des Glaubens berauben und uns lediglich auf Fakten stützen, sind wir Menschen im Grunde genommen nicht mehr so toll, wie wir immer tun.

Jazz over and out.